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eCharge: Neues Startup will österreichische Hotels zu Elektrotankstellen machen – und plant ICO

Die Reichweitenangst gilt nach wie vor als eine der größten Hürden, die Elektroautos bzw. ihre Fahrer nehmen müssen. Dieses Problem will jetzt das deutsch-österreichische Startup eCharge von Gründer und Geschäftsführer Markus Dold angehen. Der Plan: Hotels sollen zu Elektrotankstellen werden. „Abgesehen von Tesla, die bereits seit Jahren an einer exklusiven Ladeinfrastruktur für ihre Kunden arbeiten, stehen große Automobilhersteller wie VW, Volvo oder Porsche vor dem Problem einer nicht vorhandenen oder teilweise nur schlecht ausgebauten Infrastruktur an Ladestationen“, sagt Dold.

Dold, der früher lange für Booking.com tätig war und so die Hotelbranche gut kennt, hat bis dato mehr als 50 Hotels in Österreich unter Vertrag genommen, bis Jahresende sollen es 500 sein. Diese Betriebe bekommen die Ladestationen für E-Autos kostenlos eingerichtet, Hardware, Strom und den Umbau bezahlt eCharge. Dafür laufen die Verträge sieben Jahre lang exklusiv. Wenn ein Hotelgast tankt, kostet ihn das pro Nacht 20 Euro, zwei Euro davon gehen an den Hotelbetreiber. Nutzer sollen die Hotels mit den Ladestationen über eine eigene App entdecken können, in der es dann passende Angebote für sie gibt.

Ökosystem für Elektromobilität

“Die Ladestation ist für uns der Türöffner in die Community der Elektroautobesitzer”, sagt Dold. Bei den Ladestationen setzt eCharge auf langsames Laden, weil man in der Masse fürchtet, mit Schnellladestationen das Stromnetz zu belasten. Außerdem würden Hotelgäste ohnehin über Nacht bleiben und so genug Zeit für eine volle Akkuladung haben. „Alleine in Deutschland und Österreich sprechen wir von einem Potential von 40.000 ungenützten Standorten“, sagt Dold. „Dem gegenüber stehen lediglich 300 Hotels, die dieses Service bereits anbieten.“ Um umweltfreundlich zu sein, setzt eCharge auf den Energielieferanten Awattar, der zu 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien liefert.

Der Markt in Österreich ist noch klein: Laut Verkehrsministerium sind derzeit rund 15.000 reine Elektroautos und Plug-in-Hybride auf heimischen Straßen unterwegs. Zudem gibt es Konkurrenz: Die Firma Smatrics etwa baut in Österreich ebenfalls ein Netz an E-Ladestationen und hat derzeit rund 380 Ladepunkte auf der Landkarte.

Eigene Kryptowährung zum Bezahlen

Um das Ökosystem weiter zu befeuern, wollen er und sein Geschäftspartner Christoph Filnkößl (u.a. auch bei den Startups Liimtec, ViRaCube, Saturo und SchoolFox beteiligt) auch beim Wiener Startup goUrban investieren. Und dann gibt da noch einen Plan: Ein ICO soll einen eigenen Token schaffen. Mit dem geplanten „Initial Coin Offering“ (ICO) hofft Dold, eine eigene Kryptowährung zu schaffen, mit der die Nutzer dann an den Elektrotankstellen bezahlen können.

Davor gibt es aber noch eine trivialere Hürde zu nehmen. eCharge läuft derzeit auf der Webseite http://echarge.work. Die Domain echarge.com versucht Dold gerade vor Gericht zu erstreiten.

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